Softwert-Analyse: Wie hoch ist der Mehrwert von Business Software?
Business Software ist heute schnell gefunden – die eigentliche Herausforderung liegt davor: Was muss sich im Alltag konkret verbessern, damit eine neue Lösung wirklich...
Tanja Harrer
Tanja ist eine erfahrene B2B Marketing- und Kommunikationsexpertin. Seit 2022 ist sie Marketing Managerin bei TOPIX.
ca. 9 Min
War vor ein paar Jahren noch „Digitalisierung“ das große Schlagwort, ist es heute „KI“. In vielen Unternehmen zeigt sich dabei: KI ist weniger der Startpunkt als der nächste Schritt – denn sie braucht verlässliche Daten und klare Abläufe, um wirklich zu wirken. Genau deshalb bleibt die Basis entscheidend: saubere Daten, durchgängige Prozesse und klare Verantwortlichkeiten. Das ist für viele Betriebe der Kern der digitalen Transformation: die konsequente Digitalisierung ihres Unternehmens, Schritt für Schritt.
Ein modernes ERP-System ist dafür oft die zentrale Datenbasis. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen brauchen einen Ort, an dem Kunden-, Artikel-, Projekt- und Finanzdaten zusammenlaufen. Ein ERP bündelt diese Informationen, verknüpft Abteilungen und macht Abläufe vom Angebot bis zur Rechnung nachvollziehbar. Und die gute Nachricht: Neben Innovation und KI werden auch solche „klassischen“ Digitalisierungsschritte weiterhin staatlich unterstützt – je nach Förderprogramm als direkter Zuschuss oder als Förderkredit.
Dieser Beitrag zeigt, welche ERP-Förderung aktuell möglich ist, worauf es beim Antrag auf ERP-Förderung ankommt und welche Fördermöglichkeiten von Bund und Ländern für KMU besonders relevant sind.
Gerade für kleinere Unternehmen ist es schwer, Digitalisierungsarbeiten neben dem Tagesgeschäft stemmen: knappe IT-Ressourcen, wenig Zeitfenster, ein enger Investitionsrahmen. Deshalb sind viele Förderangebote auf kleine und mittlere Betriebe ausgerichtet – damit Investitionen schneller angestoßen werden und Vorhaben zu finanzieren sind, die sonst liegen bleiben würden.
Viele Förderprogramme richten sich gezielt an kleine und mittlere Unternehmen – aber nicht jedes Programm passt zu jedem Betrieb. Ob eine ERP-Förderung möglich ist, hängt vor allem von der Unternehmensgröße, dem Standort und teilweise auch von der Rechtsform bzw. Branche ab.
In der Regel gibt es die ERP-Förderung in Form eines Zuschusses oder eines Förderkredits. Beide Varianten verfolgen das gleiche Ziel – digitale Transformation schneller umzusetzen – funktionieren aber unterschiedlich. Ein Zuschuss senkt die Kosten direkt, was sehr beliebt ist. Ein Förderkredit schafft finanziellen Spielraum, wenn die Investition größer ist oder das Projekt über mehrere Monate läuft.
Ein Zuschuss senkt die Kosten direkt: Ein Teil der Ausgaben wird gewährt, ohne Rückzahlungspflicht. Häufig geht es um einen Prozentsatz der förderfähigen Kosten – zum Beispiel für Hard- und Software, externe Dienstleistungen oder Schulungen. In vielen Fällen bleibt immer ein Eigenanteil.
Wenn ein ERP-Projekt größer ist – etwa mit Schnittstellen, Migration und Portierung, mehreren Modulen oder einem langen Projektplan – passt ein Zuschuss nicht immer. Dann kommt ein Förderkredit-Modell in Frage: zinsgünstig, meist über die Hausbank, teilweise mit zusätzlichem Zuschussbaustein.
Die Förderprogramme und deren Verfügbarkeit verändern sich laufend: Budgets werden ausgeschöpft, Bewerbungsfenster starten neu und manche Programme werden kurzfristig ersetzt. Für eine ERP-Förderung lohnt es sich deshalb, vor der Antragstellung immer bei den zuständigen Stellen nachzusehen und aktuelle Hinweise mitzunehmen.
Welche Förderung für die Einführung eines ERP-Systems passt, hängt vor allem davon ab, wie groß das Vorhaben ist (kleines Projekt vs. umfassende digitale Transformation), ob eher ein Zuschuss gesucht wird – oder ein Förderkredit, der größere Investitionen und Betriebsmittel abdeckt. Viele Programme sind laufend verfügbar, andere arbeiten mit Bewerbungsfenstern oder Budgets.
Wichtig: Dieser Artikel soll Ihnen einen ersten Überblick über aktuelle Förderprogramme geben. Diese sind oft sehr detailliert und an viele Bedingungen geknüpft und können sich schnell ändern. Wir empfehlen daher immer sich auf der Seite des jeweiligen Programms genauer zu informieren.
In diesem Programm gibt es einen zinsgünstigen Kredit für Unternehmen, die Digitalisierungsprojekte finanzieren möchten – dazu zählt auch die Einführung oder Modernisierung eines ERP-Systems. Die KfW ordnet Vorhaben in drei Stufen ein: von „Basis“ bis „HighEnd“. Je nach Stufe sind Zinskonditionen und Zusatzvorteile unterschiedlich. Für ERP-Projekte wichtig: Es können nicht nur Anschaffungen, sondern auch laufende Projektkosten mitfinanziert werden.
Gut zu wissen: Das „ERP“ im Programmnamen ist historisch und steht für European Recovery Programme. Das Programm kann aber trotzdem für ERP-Softwareprojekte genutzt werden.
Was wird gefördert?
Förderhöhe
| Stufe | Wofür? | Für wen? | Förderhöhe | Zuschuss |
| Stufe 1: Basis-Digitalisierung | Einfache Produktverbesserungen / Markteinführung von Innovationen | bis 250 Mitarbeitende; bis 50 Mio Euro Jahresumsatz | bis 7,5 Mio Euro | Kein Zuschuss |
| Stufe 2: LevelUp-Digitalisierung | Prozesse digitalisieren, Systeme vernetzen, IT-Sicherheit | Mittelstand; bis 500 Mio. Euro Jahresumsatz | bis 25 Mio Euro | bis zu 3 % auf Kreditbetrag; max. 200.000 Euro |
| Stufe 3: HighEnd-Digitalisierung | Große LevelUp-Projekte wie Einsatz von KI / Robotik / BigData | Mittelstand; bis 500 Mio. Euro Jahresumsatz | bis 25 Mio Euro | bis zu 5 % auf Kreditbetrag; max. 200.000 Euro |
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des KfW.
Mit dem KfW-Förderkredit für Innovation können Unternehmen Innovationsprojekte finanzieren – also Vorhaben, bei denen neue oder deutlich verbesserte Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse entwickelt und eingeführt werden. Für ERP-Projekte ist das Programm vor allem dann interessant, wenn das ERP Teil eines Innovationsvorhabens ist (z. B. neue digitale Abläufe, neue Services oder ein neues Geschäftsmodell). Gefördert werden Investitionen und laufende Kosten, die im Projekt anfallen.
Gut zu wissen: Laut KfW gilt ein Unternehmen als innovativ, wenn es entweder in den letzten drei Jahren im Schnitt über 20 % pro Jahr gewachsen ist, oder seine F&E-Ausgaben in den letzten drei Jahren jeweils mindestens 10 % der Betriebskosten ausmachten, oder es in den letzten drei Jahren Innovationsförderung erhalten hat, oder (als KMU) in den letzten zwei Jahren Venture Capital bekommen hat bzw. ein Venture-Capital-Investor beteiligt ist.
Was wird gefördert?
Wer wird gefördert?
Förderhöhe
| Stufe | Wofür? | Für wen? | Förderhöhe | Zuschuss? |
| Stufe 1: Basis-Innovation | IT-Grundlagen schaffen | bis 250 Mitarbeitende; bis 50 Mio Euro Jahresumsatz | bis 7,5 Mio Euro | Kein Zuschuss |
| Stufe 2: LevelUp-Innovation | Innovationen, die neu für das Unternehmen sind | Mittelstand; bis 500 Mio. Euro Jahresumsatz | bis 25 Mio Euro | bis zu 3 % auf Kreditbetrag; max. 200.000 Euro |
| Stufe 3: HighEnd-Innovation | besonders innovative Projekte (KI/Robotik) | Mittelstand; bis 500 Mio. Euro Jahresumsatz | bis 25 Mio Euro | bis zu 5 % auf Kreditbetrag; max. 200.000 Euro |
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des KfW.
Mit dem Förderprogramm des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bekommen kleine und mittlere Unternehmen einen nicht rückzahlbaren Zuschuss, wenn sie sich extern beraten lassen. Das Programm ist für ERP-Projekte besonders hilfreich, wenn vor der Einführung Vorarbeit nötig ist – z. B. Prozesse aufnehmen, Anforderungen klären, Projektplan erstellen oder die Einführung strukturieren. Gefördert wird Beratung, nicht die Software selbst.
Gut zu wissen: Gefördert werden Einzelberatungen (keine Gruppen-Workshops) und die Beratung darf maximal 5 Tage dauern.
Laufzeit: bis 31.12.2026
Was wird gefördert?Wer wird gefördert?
Förderhöhe
| Standort Betriebsstätte | Fördersatz | Zuschuss |
| Neue Bundesländer (ohne Berlin, ohne Region Leipzig) sowie Region Lüneburg und Region Trier | 80 % | max. 2.800 Euro |
| Alte Bundesländer (ohne Region Lüneburg/Trier) sowie Berlin und Region Leipzig | 50 % | max. 1.750 Euro |
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des BAFA.
Dieses Programm unterstützt als nicht rückzahlbarer Zuschuss vor allem kleine Unternehmen dabei, Digitalisierungsvorhaben umzusetzen und die IT-Sicherheit zu verbessern. Für ERP-Projekte ist das Programm dann interessant, wenn das ERP-Projekt Teil eines Digitalisierungsvorhabens ist (z. B. neue Software einführen, Systeme anbinden, Prozesse digital abbilden). Gefördert wird also nicht „ein ERP an sich“, sondern das konkrete Digitalisierungsprojekt, zu dem die ERP-Einführung gehört.
Gut zu wissen: Der Antrag läuft online über die zuständige Bezirksregierung. Erst nach der Eingangsbestätigung darf mit dem Projekt (auf eigenes Risiko) gestartet werden. Seit Mai 2025 ist dafür ein ELSTER-Unternehmenskonto erforderlich.
Was wird gefördert?
Wer wird gefördert?
Förderhöhe
| Variante | Zuschuss |
| Digitalbonus Standard | max. 7.500 Euro |
| Digitalbonus Plus | max. 30.000 Euro |
Mit dem DIGI-Zuschuss unterstützt Hessen Unternehmen und Freie Berufe dabei, digitaler zu arbeiten – zum Beispiel durch neue Systeme, bessere Abläufe oder mehr IT-Sicherheit. Für ERP-Projekte lohnt sich ein Blick auf das Programm besonders dann, wenn das ERP dabei hilft, interne Prozesse zu modernisieren und dafür Dienstleistungen externer Anbieter gebraucht werden.
Gut zu wissen: Die Antragstellung ist an Förderaufrufe gekoppelt (begrenztes Budget). Die Förderrunden 2025 sind abgeschlossen – Bewerbungen für 2026 sind laut WIBank frühestens nach dem Jahreswechsel wieder möglich (aktuellen Status immer auf der WIBank-Seite prüfen).
Wer wird gefördert?
Mit MID unterstützt das Land NRW kleine und mittlere Unternehmen mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss, wenn sie Digitalisierung, IT-Sicherheit oder ein Innovations-/ Digitalprojekt umsetzen wollen. Für ERP-Themen ist das Programm vor allem dann spannend, wenn im Projekt mehr passiert als die reine Anschaffung einer Standard-Software – z. B. wenn Schnittstellen, Automatisierungen oder eine eigene digitale Anwendung entwickelt werden.
Gut zu wissen: Anträge erfolgen nach Losverfahren (Stufe 1), was Chancengleichheit schafft; bei Erfolg folgt der formelle Antrag (Stufe 2). Pro Monat steht nur ein bestimmtes Kontingent zur Verfügung.
Was wird gefördert?
Wer wird gefördert?
| Baustein | Wofür? | Zuschuss |
| MID-Digitalisierung | Externe Entwicklungsleistung für innovative digitale Produkte | 50 % bis max. 15.000 Euro |
| MID-Digitale Sicherheit | IT-Sicherheitsmaßnahmen (Analyse, Schulung, Basisschutz) | 50 % bis max. 15.000 Euro |
| MID-Assistent/in | Neueinstellung Hochschulabsolvent/in | bis max. 48.000 /33.000 Euro |
Weitere Informationen zum Förderprogramm finden Sie auf der Seite der Wirtschaft.NRW.
| Programm | Bundesland | aktiv? / Laufzeit? |
| KfW – ERP-Förderkredit Digitalisierung | Bundesweit | aktiv ✅ / laufend |
| KfW – ERP-Förderkredit Innovation | Bundesweit | aktiv ✅ / laufend |
| BAFA – Förderung von Unternehmensberatung für KMU | Bundesweit | aktiv ✅ / bis 31.12.2026 |
| Digitalbonus Bayern | Bayern | aktiv ✅ / bis 31.12.2027 |
| DIGI-Zuschuss (WIBank) | Hessen | aktiv ✅ / ab 2026 neue Förderrunden |
| Mittelstand Innovativ & Digital (MID) | NRW | aktiv ✅ / laufend |
Wer aktuell eine ERP-Einführung plant, sollte neben Budget und Zeitplan vor allem einen Punkt nicht auslassen: den Fördermittel-Check. Denn auch wenn Digitalisierungsprogramme in den letzten Jahren weniger wurden und manche Töpfe schneller leer sind, existieren weiterhin Zuschüsse und Unterstützungsangebote – sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene. Genau hier liegt die Chance: Wer rechtzeitig prüft, kann die Investition gezielt entlasten und das Projekt wirtschaftlich sinnvoller aufstellen.
Wichtig ist dabei, Förderprogramme nicht als „Bonus“ am Rand zu betrachten, sondern als festen Baustein in der Projektplanung. Viele Unternehmen beschäftigen sich erst spät damit – und verschenken dadurch Potenzial oder scheitern an formalen Anforderungen. Gerade bei umfangreicheren ERP-Projekten können Zuschüsse einen spürbaren Unterschied machen, wenn sie von Anfang an mitgedacht werden.
Entscheidend für den Erfolg eines Förderantrags ist die Qualität der Vorarbeit. Förderstellen erwarten eine klare Beschreibung der Ausgangssituation, konkrete Projektziele, einen nachvollziehbaren Ablaufplan sowie sauber dokumentierte Kosten und Leistungen. Je konkreter und strukturierter diese Grundlagen vorliegen, desto reibungsloser läuft in der Regel die Prüfung – und desto höher sind die Chancen auf eine zügige, positive Entscheidung.
ca. 9 Min
Tanja Harrer
Tanja ist eine erfahrene B2B Marketing- und Kommunikationsexpertin. Seit 2022 ist sie Marketing Managerin bei TOPIX.
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