Mentoring – Innovationstreiber für Unternehmen

Mentoring – Innovationstreiber für Unternehmen
Johannes Muck

Johannes Muck

Johannes ist bei TOPIX für die Online-Themen Website, Blog, Newsletter und SEA/SEO zuständig. Vor TOPIX betreute er bei einem Industrie-Unternehmen die Website und das CRM-System.

30. June 2021
Lesezeit: ca. 3 min

Die Arbeitswelt verändert sich in rasantem Tempo. Um die Herausforderungen zu meistern, ist Mentoring ein guter Weg. Davon profitieren beide Seiten – Mentor und Mentee. Was gilt es dabei zu beachten? In diesem Beitrag lesen Sie:

  • wie sich Mentoring konkret definiert
  • welche Trends die Entwicklung von Mentoring begünstigen
  • von welchen Vorteilen Mitarbeiter und Unternehmen profitieren
  • welchen Herausforderungen sich die Beteiligten stellen müssen
  • welche Formen von Mentoring denkbar sind


Tandem für den beruflichen Erfolg

Unternehmen müssen heute im Rahmen eines strategischen Employer Branding neue Wege gehen, um hochqualifizierte Mitarbeiter anzuziehen, zu rekrutieren und zu binden. Eine wichtige Bedeutung haben dabei neue, flexible Arbeitsmodelle, welche die Art und Weise der Beschäftigung tiefgreifend verändern (New Work). Erfolgreich begleiten lässt sich dieser Prozess mit einem durchdachten Mentoring-Konzept. Dabei bilden ein erfahrener Experte (Mentor) und eine meist jüngere Nachwuchskraft (Mentee) ein sogenanntes Tandem. Im Rahmen dieser Patenschaft gibt der Mentor sein Wissen und seinen langjährigen Erfahrungsschatz an den Mentee weiter. In Unternehmen bekleidet meist ein hochrangiger Manager, Abteilungsleiter oder sogar der Geschäftsführer die Position des Mentors. Die Rolle des Mentees übernimmt in der Regel ein Berufseinsteiger. Unabdingbar für eine erfolgreiche Mentoring-Beziehung ist absolutes Vertrauen zwischen den Beteiligten.

Dabei ist die Idee des Mentorings keineswegs neu. So hat sich die Prämisse „Die Jungen lernen von den Erfahrenen“ seit langem in vielen Lebensbereichen bewährt. Schon in Schulen und sogar Kindergärten gibt es Patenschaften, bei denen die Älteren die Jüngeren unterstützen. Nun hält die Methodik auch in Unternehmen verstärkt Einzug. Begünstigt wird diese Entwicklung von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Trends: Beispielsweise ist es heute keine Seltenheit, dass in einer Firma bis zu fünf Generationen vertreten sind. Diese Vielfalt in der Altersstruktur ist einer der Türöffner für gezieltes und erfolgreiches Mentoring. Dabei können die dienstälteren Mitarbeiter die Youngsters betreuen und ihnen wertvolle Unterstützung bieten. Darüber hinaus ebnet die zunehmende Digitalisierung den Weg für innovative Mentoring-Methoden. Beispielsweise schaffen moderne Collaboration-Tools und Video-Conferencing-Plattformen neue Möglichkeiten für einen digitalen Austausch. Dadurch entfallen Aufwand und Kosten für persönliche Treffen.

 

Vorteile für beide Seiten

Von der Mentoring-Beziehung profitieren immer beide Seiten: Der Mentee erhält wertvolles Know-how für seine berufliche Karriere. Er kann auf fundiertes Praxiswissen eines erfahrenen Experten bauen. Der Mentor hingegen unterstützt durch sein Engagement die jüngere Generation und zeigt damit gesellschaftliche Verantwortung. Zudem kann er sein Netzwerk an Kontakten ausbauen und durch eine andere Perspektive des Mentees den eigenen Horizont erweitern. Ein weiterer Vorteil: Viele Mentoren übernehmen die Aufgabe erst nach Abschluss ihrer beruflichen Laufbahn und können so ihren Ruhestand mit einer sinnvollen Tätigkeit bereichern. Und nicht zuletzt fördert ein funktionierendes Mentoring auch immer die Stimmung im Unternehmen und wirkt sich positiv auf das Arbeitsklima und die Firmenkultur aus. Durch die Möglichkeit zur persönlichen Entfaltung steigt die Zufriedenheit der Mitarbeiter, was schließlich zum Unternehmenserfolg beiträgt.

Auf der anderen Seite können Mentoring-Beziehungen für beide Seiten auch sehr herausfordernd sein: Der Mentee muss sich stets offen für neue Erkenntnisse und Perspektiven zeigen. Er sollte Kritik einstecken können und Kommentare oder Einschätzungen des Mentors nicht persönlich nehmen. Nur so kann der Mentee seine berufliche Entwicklung erfolgreich vorantreiben und künftige Herausforderungen besser meistern. Der Mentor hingegen muss oft ein hohes Maß an Geduld aufbringen und mit der Unerfahrenheit und den Schwächen seines jungen Schützlings konstruktiv umgehen. Von Vorteil ist auch, wenn er andere Sichtweisen zulassen und sein Ego im Bedarfsfall zurückstellen kann. Wichtig ist vor allem ein Maximum an Empathie, also der Fähigkeit, sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen und die Dinge aus dessen Perspektive zu sehen. Darüber hinaus sollte der Mentor zuhören und den Mentee abholen können, anstatt nur sein eigenes Wissen zum Besten zu geben. Und schließlich muss er den Mut aufbringen, sowohl ehrlich über eigene Misserfolge zu sprechen, als auch schonungslos und aufrichtig Fehler seines Gegenübers aufzudecken.

 

Verschiedene Formen von Mentoring

Um dem Mentee die bestmögliche persönliche und individuelle Unterstützung anzubieten, sind verschiedene Formen von Mentoring denkbar: Die am meisten verbreitete Art ist die persönliche Begleitung des Mentees bei seiner individuellen beruflichen Entwicklung – unabhängig von fachlichen, firmenbezogenen Themen. Hier stehen eher allgemeine Karrierefragen im Mittelpunkt wie beispielsweise Teamfähigkeit, Umgang mit Kollegen, Führungsqualitäten, Weiterbildungen, Zeitmanagement oder auch Verhandlungs-Skills. Bei dieser Art des Mentorings muss der Mentor nicht zwangsläufig aus dem gleichen Unternehmen stammen. Auch ein externer Berater etwa aus einer berufsständischen Organisation oder eines Experten-Netzwerkes kann hier diese Rolle übernehmen.

Eine andere Form des Mentorings bezieht sich rein auf den Austausch und Wissenstransfer hinsichtlich bestimmter Fachgebiete. Themen könnten hier beispielsweise spezielle Produktionstechnologien, IT-Verfahren oder auch Vertriebsstrategien sein – je nach beruflicher Position des Mentees. Bei dieser Form fungiert meistens ein direkter Vorgesetzter im Unternehmen oder ein erfahrener Kollege aus dem gleichen Fachbereich als Mentor. Von diesem langfristigen, fachlichen Mentoring zu unterscheiden ist das Onboarding. Hierbei übernehmen altgediente Mitarbeiter die Patenschaft für Neueinsteiger und ermöglichen diesen einen schnelleren und leichteren Zugang zu unternehmensspezifischen Prozessen und individuellen Aufgabengebieten.

Eine weitere Form des Mentorings betrifft den Erfahrungsaustausch zwischen Kollegen aus verschiedenen Kulturkreisen. Dies wird vor allem dann relevant, wenn Mitarbeiter eines international aufgestellten Unternehmens in ein anderes Land wechseln. Hierbei kann sich der Mentee auf persönlicher Ebene mit gewissen kulturellen und landesspezifischen Gegebenheiten des neuen Standortes vertraut machen. Bei einer anderen Art des Mentorings steht hingegen der generationenübergreifende Austausch im Mittelpunkt. Entscheidend ist dabei einzig und allein, dass sich jüngere und ältere Menschen gegenseitig unterstützen – ohne dass es auf die langjährige Erfahrung des Mentors ankommt. Denkbar ist bei diesem Modell etwa, dass ein jüngerer, sehr IT-affiner Mitarbeiter einem älteren Kollegen über längere Zeit „Nachhilfe“ in Sachen IT gibt. Und nicht zuletzt kann sich ein Mentoring auch auf den Wissenstransfer zwischen Kollegen aus verschiedenen Disziplinen und Fachbereichen beziehen. Hierbei steht – unabhängig von Alter oder beruflicher Erfahrung – ausschließlich der Austausch zu fachlichen Themen im Vordergrund.

 

Fazit

Durchdachte Mentoring-Konzepte bilden heute einen wichtigen Eckpfeiler für die berufliche und persönliche Weiterentwicklung von Menschen im Arbeitsleben. Firmen sollten daher ihren Mitarbeitern entsprechende Möglichkeiten anbieten. Durch eine langfristige und vertrauensvolle Lern-Beziehung zwischen Mentor und Mentee profitieren beide Seiten, was letztendlich auch zum Unternehmenserfolg beiträgt.



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